
Das Oberlandesgericht Köln hat am 16. Januar 2026 ein Urteil des Landgerichts Aachen bestätigt, wonach Tipico Games Limited einem Spieler Verluste in Höhe von rund 25.600 Euro aus dem Zeitraum 2014 bis 2020 vollständig erstatten muss. Die Entscheidung stützt sich darauf, dass Verträge mit nicht lizenzierten Online-Glücksspielanbietern nach deutschem Recht nichtig sind und daher keine wirksame Grundlage für die Behaltung der Einsätze bilden. Betroffene Spieler erhalten dadurch die Möglichkeit, gezahlte Beträge zurückzufordern, während Anbieter ohne deutsche Erlaubnis weiterhin mit Rückforderungen rechnen müssen.
Der Spieler hatte zwischen 2014 und 2020 auf der Plattform von Tipico Games Limited Einsätze getätigt und dabei Verluste von etwa 25.600 Euro erlitten. Da das Unternehmen während dieses Zeitraums keine deutsche Lizenz für Online-Glücksspiele besaß, erklärte das Landgericht Aachen die zugrunde liegenden Verträge für unwirksam. Tipico legte gegen diese Entscheidung Berufung ein, doch das Oberlandesgericht Köln wies die Berufung zurück und bestätigte die Erstattungspflicht in voller Höhe. Die Richter verwiesen dabei auf die klare Rechtslage, dass Glücksspielverträge ohne erforderliche Erlaubnis nach § 134 BGB nichtig sind und Anbieter die erhaltenen Beträge herausgeben müssen.
Deutsche Gerichte bewerten Verträge mit nicht lizenzierten Anbietern seit Jahren als nichtig, weil das staatliche Erlaubnisverfahren dem Schutz der Spieler dienen soll. In diesem Fall führte die fehlende Lizenz dazu, dass Tipico Games Limited die Einsätze nicht behalten durfte, selbst wenn der Spieler freiwillig gespielt hatte. Das Oberlandesgericht Köln stellte fest, dass die Nichtigkeit unabhängig von der Dauer der Nutzung oder der Höhe der Verluste gilt. Dadurch eröffnet sich eine klare Rechtsgrundlage für weitere Klagen, die sich auf ähnliche Konstellationen beziehen.

Die absolute Verjährungsfrist von zehn Jahren für Verluste aus dem Jahr 2016 läuft am 31. Dezember 2026 ab. Spieler, die in diesem Zeitraum auf nicht lizenzierten Plattformen gespielt haben, müssen daher bis zu diesem Stichtag Klage erheben, um ihre Ansprüche nicht zu verlieren. Für Verluste aus späteren Jahren verschiebt sich der Fristablauf entsprechend, doch der Dezember 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für viele Betroffene. In den kommenden Monaten wird die Zahl der eingereichten Verfahren voraussichtlich weiter zunehmen, da die Frist unaufhaltsam näher rückt.
Parallel zum deutschen Verfahren steht eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 an. Der EuGH soll klären, ob die frühere deutsche Regelung, die Online-Casinos ohne Lizenz untersagte, mit EU-Recht vereinbar war. Ein Urteil zugunsten der Spieler könnte zusätzliche Rückforderungen ermöglichen, während eine andere Auslegung die bestehende Rechtsprechung bestätigen würde. Das Verfahren wird in der Fachwelt aufmerksam verfolgt, weil es die Reichweite nationaler Verbote im europäischen Binnenmarkt betrifft. Betroffene Spieler und Anbieter warten daher auf die Entscheidung, die voraussichtlich noch im Jahr 2026 ergehen soll.
Die Bestätigung durch das Oberlandesgericht Köln zeigt, dass Gerichte auch in Berufungsverfahren an der Nichtigkeit von Verträgen mit unlizenzierten Anbietern festhalten. Spieler, die ihre Verluste dokumentieren können, erhalten damit eine realistische Chance auf Rückerstattung. Anbieter wie Tipico Games Limited müssen mit weiteren Klagen rechnen und ihre Rückstellungen entsprechend anpassen. Rechtsanwaltskanzleien berichten von steigender Nachfrage nach Beratung, insbesondere bei Spielern, deren Verluste aus den Jahren 2014 bis 2018 stammen und deren Frist demnächst abläuft.
Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln festigt die Position der Spieler gegenüber nicht lizenzierten Anbietern und unterstreicht die Bedeutung der Verjährungsfrist bis Ende 2026. Gleichzeitig bleibt die Entscheidung des EuGH in der Rechtssache C-440/23 abzuwarten, die weitere Klarheit bringen kann. Spieler mit Verlusten aus der fraglichen Zeit sollten ihre Unterlagen prüfen und gegebenenfalls rechtlichen Rat einholen, bevor Fristen ablaufen. Weitere Informationen zu ähnlichen Verfahren finden sich auf der Seite der Kanzlei Cocron.